Wer stürzt endlich König Fußball?

Von der deutschen Sportlandschaft, welche eigentlich keine ist

Im Frühjahr geht es in Nordamerika Schlag auf Schlag. Fast alle Regionen der beiden Länder USA und Kanada sind angesteckt vom Fieber. Gespräche in den Büros in New York, Chicago oder Toronto, aber auch in den entlegensten Regionen von Arizona, South Carolina oder Sasketchawan, kennen meist nur ein Thema: Sport. Nachdem im Februar der Super Bowl im American Football mit einer gigantischen Inszenierung die Saison beendet, stehen im Basketball und im Eishockey die Playoffs an. Gleichzeitig startet mit der MLS die Regular Season im Fußball und die Baseball Profis schlagen fast im Tagesrythmus Homeruns. Motorsport wie die Formel 1 oder Nascar, Boxen, Tennis oder Golf begeistern Tausende in den Arenen und Millionen vor den Fernsehgeräten. Insbesondere seit dem ich selbst in Kanada lebe wird mir Eines noch bewusster klar. Während in Deutschland König Fußball regiert und maximal in Süddeutschland im Winter ein wenig Skibegeisterung ausbricht und im Norden der Handball erfolgreich ist, kann die USA und Kanada als Eldorado für Sportfans bezeichnet werden. Mindestens vier große Sportarten co-existieren äußerst erfolgreich nebeneinander. American Football, Basketball, Baseball, und Eishockey begeistern fast gleichermaßen die Massen. Jede Großstadt hat mindestens ein erfolgreiches Team in diesen Sportarten und die Medienberichterstattung sowie Sponsorengelder verteilen sich gleichermaßen auf die Wettbewerbe.

Eine selbsterfüllende Prophezeiung

In Deutschland liegt der Fokus fast ausschließlich auf dem Fußball. Sowohl in der Medienpräsenz als auch den Zuschauereinnahmen, Sponsoringgeldern und Gehältern der Sportler kann außer ein paar individuellen Ausnahmen kein Sport auch nur ansatzweise dem runden Leder das Wasser reichen. Im ZDF sind die drei meistgesehenen Sendungen 2017 Fußballspiele und auch bei RTL und der ARD bestimmt der Fußball die Top 3. Besonders bei den öffentlich-rechtlichen Sendern fehlt mir jegliches Verständnis für die extreme Fokussierung auf den Fußball. Während deutsche Beteiligungen bei Grand-Slam Turnieren im Tennis oder das Finale von Weltmeisterschaften im Volleyball mit deutscher Beteiligung im frei empfangbaren Fernsehen nicht zu sehen sind, zahlte das ZDF mit gebührenfinanzierten Geldern 54 Millionen Euro jährlich für die Rechte der Champions League Übertragung im Fußball. Wohl gemerkt, obwohl auch private Anbieter ihr Angebot abgegeben hatten und die frei empfangbare Übertragung somit gesichert gewesen wäre. Bei Privatsendern ist die Einschaltquote als reine Entscheidungsgrundlage nachvollziehbar, aber die öffentlich-rechtlichen Sender haben einen Programmauftrag. Augenmerk sollte nicht darauf liegen einen Sport der ohnehin bereits erfolgreich ist noch größer zu machen, sondern Randsportarten eine Chance zu geben die Massen zu begeistern. Die Programmdirektoren von ARD und ZDF weißen meistens auf die durchschnittlichen Sendezeiten der anderen Sportarten hin, die eine gerechte Verteilung von Sendeminuten vermuten lassen. Der Tübinger Sportsoziologe Helmut Diegl entgegnet hier, dass diese Sportarten zumeist auf Sendeterminen stattfinden welche „völlig irrelevant sind“. Der Fußball hingegen erhält die besten Sendeplätze, „hat daher auch die besten Quoten. Und wenn Quote gleichsam als demokratische Abstimmung verstanden wird, dann hat er das Spiel gewonnen.“ Dann habe man es, nach dem Ehrenpräsidenten des Deutschen Leichtathletikverband, mit einer selbsterfüllenden Prophezeiung zu tun.

Welch eine Schande 

Gleichzeitig steigen aufgrund der extremen Medienpräsenz Sponsorengelder, TV-Einnahmen und Gehälter der Fußballprofis in schwindelerregende Höhen. Unter den 15 meistverdienenden Sportlern in Deutschland sind zehn Fußballer. Während Bundesligaprofis Millionengehälter einstreichen, müssen andere deutsche Spizensportler mit deutlich weniger auskommen. Ein Studie des Bundesinstitut für Sportwissenschaft beziffert das durchschnittliche Monatseinkommen eines Spitzensportlers in Deutschland auf 1919€ brutto. Hierzu zählen sogar noch die finanzielle Unterstützung der Eltern sowie die Einkünfte aus Nebentätigkeiten. Welch eine Schande für eines der reichsten und sportlich erfolgreichsten Länder der Welt. Sandro Wagner, Fußballstürmer des FC Bayern München, ist übrigens der Meinung, dass selbst 12 Millionen Euro zu wenig Jahresgehalt für einen Fußballprofi sind. Dies sei aufgrund der enormen Entbehrungen welche die Spieler zu beklagen haben. Die Aussage ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Schwimmprofi der täglich nur aus Leidenschaft für seinen Sport stundenlang für Olympia trainiert oder einen Feldhockeyprofi der während einer Profikarriere ein Studium absolviert sowie einer Nebentätigkeit nachgeht. Moritz Fürste, seines Zeichens Welthockeyspieler, Olympiasieger sowie Welt- und Europameister, nahm genau dies auf sich. Fürste kritisierte Angela Merkel vor Kurzem für ihr Erscheinen bei der Deutschen Fußball Nationalmannschaft im Trainingslager in Österreich. Während die Fußballer einen regelmäßigen Besuch Wert sind, ließ sich die Bundeskanzlerin bei Olympia nicht sehen. Laut Fürste schafft die Politk keine Bedingungen für den Leistungssport um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Aufgrund dieser stiefmütterlichen Behandlung befindet sich Deutschland sportlich gesehen auf einem absteigenden Ast. Der Hockeyspieler, welcher gerade erst seine aktive Karriere beendete, setzt sich bereits seit vielen Jahren für eine gerechtere und ausgewogenere Berichterstattung und Beachtung von Sportarten in Deutschland ein.

Welche Botschaft vermitteln wir Kindern und Jugendlichen wenn der Dschungelkönig in Deutschland mehr verdient als ein Olympiasieger?

Insbesondere die Politik und die deutsche Medienlandschaft, respektive die öffentlich-rechtlichen Sender, sind gefragt wenn es um eine ausgewogenere Sportlandschaft in Deutschland geht. Ein eigenes Sportministerium würde den Stellenwert des Sport sicherlich mehr Ausdruck verleihen. Sport verbindet Menschen über alle Alterklassen, Geschlechter, sexuelle Orientierungen, Religionen und deren Herkunft hinweg. Dabei hält der Sport nicht nur gesund, sondern lehrt besonders Kindern und Jugendlichen wichtige Werte für das spätere Leben. Harte Arbeit und Disiplin machen Erfolg aus. Respekt für den Gegner und aufrichtiges Benehmen auch in der Niederlage sind Grundprinzipien. Im Teamsport lernen Kinder früh was es heißt, sich für Schwächere einzusetzen und im Team einen eigenen Beitrag zum Mannschaftserfolg zu leisten. All das soll, kann und will nicht nur der Fußball leisten. Der ehemalige deutsche Weltklasseschwimmer Markus Diebler schrieb nach Olympia 2012 in London auf facebook „In einem Land, in dem ein Olympiasieger 20.000 Euro Prämie bekommt und ein Dschungelkönig 150.000 Euro, sollte sich niemand über fehlende Medaillen wundern“. Welche Botschaft vermitteln wir Kindern und Jugendlichen wenn der Dschungelkönig in Deutschland mehr verdient als ein Olympiasieger?

Wenn der freie Markt die Sportlandschaft nicht abwechslungsreich gestalten kann, müssen Regulierungen dabei helfen. Diese können politisch auferlegt sein, wie eine massive Ausweitung der deutschen Sporthilfe. Bisher ist diese weder von Staat noch Bund unterstützt. Allerdings sind auch die Verbände selbst gefragt. Selbst die FIFA, UEFA sowie die DFL müssen sich langfristig hinterfragen, wie lange sie die endlose Gehalts- und Transfergelderspirale mitmachen wollen und können. Financial Fairplay ist längst gescheitert und im Fußball beginnt der schleichende Verfall.

Eine abwechslungreiche Sportlandschaft ist für die internationale Wetbewerbsfähigkeit des deutschen olympischen Sports unabdingbar. Auch wenn wir von einer flächendeckenden Übertragung der jeweiligen Ligen noch weit entfernt sind, sollten zumindest anstatt jedem Freundschaftspiel im Fussball die Großereignisse mit deutscher Beteiligung frei empfangbar gezeigt werden. Noch ein Finale in Wimbledon, der Beachvolleyball Weltmeisterschaft oder Hockey Championsleague mit deutscher Beteiligung ohne Medienpräsenz trägt den deutschen Sport endgültig zu Grabe.

„Also ich hab noch keinen einzigen Sklaven in Katar g’sehn“

Von der Farce des unpolitischen Sports

Die Deutsche Fußballnationalmannschaft vertritt und verkörpert die deutsche Bevölkerung wohl in so  manchem Aspekt mehr als die aktuelle Bundesregierung. Während Deutschland im Jahr 2018 mulitkulturell geprägt ist und viele deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund beherbergt, sitzt im Kabinett der aktuellen Regierung nicht ein einziger Minister beziehungsweise Ministerin mit Migrationshintergrund. Mitunter die erfolgreichsten Spieler der Nationalmannschaft haben einen türkischen Familienhintergrund und eine deutsche Staatsbürgerschaft.

Ein grobes Foul

Als sich am vergangenen Wochenende die in der englischen Premier League spielenden Akteure Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan ablichten ließen, war der Aufschrei in der deutschen Bevölkerung sowie der deutschen Politik- und Medienlandschaft groß. Cem Özdemir, langjähriger Bundesvorsitzende der Grünen erzürnte sich, ob der Aktion der Nationalspieler. „Der Bundespräsident eines deutschen Nationalspielers heißt Frank-Walter Steinmeier, die Bundeskanzlerin Angela Merkel und das Parlament heißt Deutscher Bundestag“, sagte Özdemir. Die stellvertretende Linksfraktionschefin Sevim Dagdelen sprach gar von einem „groben Foul“ wenn deutsche Nationalspieler mit dem türkischen Staatspräsidenten posieren und ihn sogar hofieren „während in der Türkei Demokraten verfolgt und kritische Journalisten inhaftiert werden“. Selbst DFB-Präsident Rainhard Grindel sprach davon, dass sich Özil und Gündogan „für Wahlkampfmanöver missbrauchen lassen“ und der Fußball sowie der DFB für Werte stehe, welche Erdogan nicht hinreichend beachtet.

Während die kritschen Stimmen immer lauter wurden, meldete sich auch DFB-Teammanger Oliver Bierhoff zu Wort und sprach davon, dass die Spieler sich der Symbolik des Fotos wohl nicht bewusst waren. Auch Gündogan selbst nahm zu den Vorwürfen rasch Stellung. Der Spieler von Manchester City sprach von einer „Geste der Höflichkeit gegenüber dem Amt des Präsidenten sowie unseren türkischen Wurzeln“. Es sei auch nicht die Absicht gewesen mit dem Bild „ein politisches Statement abzugeben“. Insbesondere die letzte Aussage zeigt relativ deutlich was größtenteils im Fußball in Bezug auf Politik falsch läuft. Grundsätzlich ist das Posen mit einem Despoten, welcher politische Feinde sowie Journalisten ohne Gerichtsverfahren sowie anhand von Anklagepunkten welche jeglicher Grundlage entbehren einsperren lässt, absolut verabscheuungswürdig. Einem Staatspräsidenten mit diktatorischen Zügen damit auch noch die gewollte Propaganda und Wahlkampfunterstützung zu bieten, muss seitens des Deutschen Fußball Bundes sanktioniert werden. Eine Geste der Höflichkeit ist ein Handschlag oder eine Begrüßung. Sicherlich zählt das überreichen eines Trikots, bei einem eigens dafür einbestellten Treffen, mit der Aufschrift „Mit großem Respekt für meinen Präsidenten“ nicht dazu. Dies ist, entgegen der blödsinnigen Behauptung Gündogans, ein klares politisches Statement. Man stelle sich die gleiche Szene mit Manuel Neuer vor, wie er Alexander Gauland ein Trikot mit der Aufschrift „Mit großem Respekt für meinen Bundestagsabgeordneten“ überreicht. Die wenigsten würden dies wohl als reine „Geste der Höflichkeit“ titulieren. Dies zeigt nur deutlich die Problematik des Fußballs auf. Der Sport und insbesondere der Fußball ist eben, nicht wie oftmals anderweitig behauptet, doch politisch. Wie könnte er dies auch nicht sein? Milliarden Menschen auf dem Globus verfolgen Fußball und die Spieler sind Vorbilder für Kinder und Jugendliche weltweit. Die Statements und Instagramposts ihrer Stars zählen für die Heranwachsenden mehr als die Aussagen irgendwelcher Politiker. Wenn sich also nun ein deutscher Nationalspieler mit dem menschenrechtsverletzenden Staatspräsidenten der Türkei ablichten lässt, sagt er damit auch: „Ach komm, die paar eingesperrten Journalisten und politischen Feinde sind doch nicht so schlimm. Ist doch ein höflicher Despot.“ Wer sich dieser Logik als deutscher Nationalspieler entzieht ist entweder wahlweise ein Lügner, wenn er den Sachverhalt versteht aber leugnet, oder einfach nur zu dumm um die Tragweite zu begreifen. Ein solches Foto und ein solcher Termin ist immer ein politisches Statement und sagt zumindest aus, dass die Sportler die Menschenrechtsverletzungen in der Türkei dulden, wenn nicht sogar die repressive Politk Erdogans unterstützen. Es geht dabei auch keinesfalls darum, Spielern mit Migrationshintergrund eine Verbundenheit mit der Heimat ihrer Eltern abzusprechen. In diesem Falle, würden die Spieler den Rechtspopulisten der AfD und ihren rechtsextremen Hasstiraden zum Fraß vorgeworfen. Selbstverständlich kann ein deutscher Nationalspieler seine Verbundenheit mit seinen türkischen Wurzeln auch öffentlich zum Ausdruck bringen. Ein Foto mit Geschenkübergabe für einen autokratischen Herrscher mit totalitärem Machtanspruch ist ein Schlag ins Gesicht für alle inhaftierten Journalisten und Demokraten in der Türkei. Wie wäre es den stattdessen mit einem Foto mit dem Journalisten Deniz Yücel gewesen? Dies wäre sowohl eine Geste der Heimatverbundenheit, als auch eine klare Positionierung für demokratische Werte und Menschenrechte gewesen.

Keine Sklaven gesehen

Der Fußball, insbesondere Großvereine und der DFB, wollen ihre politische Strahlkraft immer wieder herunterspielen. Rassismus und Gleichberechtigungskampagnen sind schön und gut. Aber zur Weltmeisterschaft nach Russland, einem Land in dem politische Feinde und Journalisten auf offener Straße erschossen werden und pseudo-demokratische Wahlen durchgeführt werden sowie Homosexuelle alltäglichem Hass ausgesetzt sind, tritt der DFB gerne an. Die Situation in Katar, Ausrichter der Weltmeisterschaft 2022, nimmt der DFB „besorgt zur Kenntnis“. Besorgt zur Kenntnis nehme ich den achten Tequila-Shot meines besten Freundes, aber bei der Verletzung von Menschenrechten und Sklaverei darf es schon ein wenig mehr sein. Allerdings hat  Franz Beckenbauer die Lage umgehend geprüft und in Katar „keine Sklaven gesehen“. Die Welt darf beruhigt aufatmen. Was für ein Zeichen wäre es, würden der DFB und andere große Verbände ihre Teilnahme verweigern oder zumindest öffentlichkeitswirksam an die Bedingung der lückenlosen Aufklärung knüpfen. Wer so etwas für realistisch hält, glaubt wohl auch, dass die betrügerischen Banker der Finanzkrise oder Martin Winterkorn für den Dieselskandal ins Gefängnis wandern, beziehunsgweise alternativ an den Weihnachtsmann. Hierbei erscheint es natürlich als reine Heuchelei, wenn der DFB-Präsident das Verhalten der Nationalspieler kritisiert und selbst aber nichts konkretes unternimmt und auch davor zurückschreckt selbst klare Positionen zu beziehen wenn es um eine Teilnahme der Nationalmannschaft bei erwähnten Großereignissen geht.

Ein Verhalten, welches gar nicht genug gelobt werden kann und höchsten Respekt verdient.

Dabei ist es keinesfalls so, dass der Sport grundsätzlich immer unpolitisch bleibt. Die besten Beispiele für das exakte Gegenteil ereigneten sich in den USA. Bei den olympischen Spielen 1968 reckten die Sprinter Tommie Smith und John Carlos bei der Siegerzeremonie die rechte Faust gen Himmel. Eine Geste für Bürgerrechte und gegen Rassismus in ihrem Heimatland. Muhammad Ali verweigerte den Wehrdienst und verlor deshalb sogar seinen Weltmeistertitel. Ali sagte damals „Nein, ich werde nicht 10.000 Meilen von zu Hause entfernt helfen, eine andere arme Nation zu ermorden und niederzubrennen, nur um die Vorherrschaft weißer Sklavenherren über die dunkleren Völker der Welt sichern zu helfen“. Erst vor kurzem gab es Proteste gegen Rassismus in der NFL, als vornehmlich afro-amerikanische Spieler während der Nationalhymne auf die Knie gingen und daraufhin von US-Präsident Donald Trump als „Hurensöhne“ beschimpft wurden. Als die Golden State Warriors 2017 den Titel der NBA gewannen, weigerte sich ihr bester Spieler Stephen Curry die obligatorische Einladung ins weiße Haus zu Präsident Trump anzunehmen. Scheinbar haben diese Sportler ihre enorme Strahlkraft und ihren Einfluß in der Öffentlichkeit verstanden und nutzen diese um politsche Positionen zu beziehen, welche Ihnen sogar persönlich schaden. Ein Verhalten, welches gar nicht genug gelobt werden kann und höchsten Respekt verdient. Auch in Deutschland gibt es mit dem Zweitligisten FC St.Pauli ein herausragendes Vorbild, wie der Sport authentisch für gesellschaftliche und demokratische Werte einstehen kann.

Gute Beispiele gibt es also zur Genüge. Es wird Zeit, dass sich der DFB und seine Spieler ihrer Wirkung in der Öffentlichkeit bewusst werden und diese für die richtigen Zwecke einsetzen. Vielleicht auch wenn es kurzfristigen persönlichen Schaden bedeutet. Das Posing mit einem Menschenrechtsverletzer zählt eher nicht als richtiger Zweck. Die Drohung einer Nicht-Teilnahme des Weltmeisters an einer Weltmeisterschaft hätte sicherlich mehr Wirkung als „besorgte Kenntnis“. Vielleicht fragt Rainer Grindel auch einfach beim Vorstandsvorsitzendes des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge an. Der FC Bayern testet jeden Winter die Menschenrechtslage in Katar auf Herz und Nieren. Welch ein glücklicher Zufall.